Weibsbilder wirbeln wieder

Ausgerechnet ein besonders dicker Mann hat die Idee gehabt zu einer Serie, in der er eigentlich nichts zu suchen hat: Sie heißt “Weibsbilder”, doch Markus Maria Profitlich ist ihr Schöpfer und Produzent.

Seit dem Jahr 2005 läuft die Sketch-Comedy auf Sat1, und ihre vielseitigen Protagonistinnen heißen Judith Döker, Mackie Heilmann und Sabine Menne. Zuschauen dürfen und sollen Männer natürlich schon.

Schließlich werden nur für sie die schönsten Klischees gern bedient – von der völlig ahnungslosen Fußballschauerin bis zu jenem Typ Tussi, der vom exzessiven Auto-Freak wissen will, ob der Motor nicht vielleicht doch unterm Rücksitz sitzt. Und ob da nun eine zickige Doppelnamen-Therapeutin ironiefreie Halbwahrheiten vorträgt, eine saubere Hausfrau ihr gestrengen Regelwerke durchzusetzen trachtet oder Vamps in allen Variationen den Blick auf doof und die Hüfte auf schräg einstellen. Muntere Mädchen, Nervensägen, schlaue Dinger: Das Repertoire ist riesig.

Die Beispiele der diversen Typen sind natürlich alle ausgedacht, sehen muss man die Sendung schon selber. Die Rahmenhandlungen: Die drei Frauen arbeiten in einem – natürlich! – Schönheitssalon, eigentlich. Natürlich schlüpfen die Aktricen in die unterschiedlichsten Kostüme und Masken und verwandeln sich blitzschnell in die verehrte Kundschaft.

Fast überflüssig zu erwähnen, dass das große Vorbild der “Weibsbilder” aus Großbritannien kommt. “Smack the Pony” hießen die Frauen-Sketche auf der Insel, und auch hier waren die Themen die alten Klassiker: Konkurrenz am Arbeitsplatz, Stress in den Beziehungen. Der Ordnung halber müssen wir wohl den Titel der Briten ins Deutsche übersetzen: Die Redewendung steht für sexuelle Beziehungen, für die die Damen keinerlei PartnerInnen benötigen.

“Weibsbilder” zeigt, wie die Weiblichkeit tickt. Oder aber: wie die Männerwelt glaubt, dass sie tickt. Oder aber: wie sie die Männerwelt glauben lassen wollen, dass sie ticken. Oder dann doch: wie sie wollen, dass die glauben, wie sie ticken. Kapiert? Na dann viel Spaß auf dem Weg zum weisen Wissen über die Weiber.